Besonders merkwürdig wird die Aussage des Duden,
dass man in diesem Typ von Sätzen müssen durch
sollen ersetzen könne vor allem in verneinten Sätzen.
Ersetzt man hier sollen durch müssen, erhalten sogar
die angestaubten 10 Gebote eine neue, völlig verblüffende
Bedeutung. Bis auf 3 und 4 sind diese nämlich negativ
formuliert (du sollst nicht...).
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1. Du sollst
keine anderen Götter haben neben mir.
2. Du sollst
den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht
mißbrauchen.
3. Du sollst
den Feiertag heiligen.
4. Du sollst
deinen Vater und deine Mutter ehren.
5. Du sollst
nicht töten.
6. Du sollst
nicht ehebrechen.
7. Du sollst
nicht stehlen.
8. Du sollst
nicht falsch Zeugnis reden wider deinen
Nächsten.
9. Du sollst
nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Du sollst
nicht begehren deines Nächsten Weib,
Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein
Nächster hat.
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| Ersetzt
man jetzt sollen durch müssen, ergibt sich
sofort eine völlig neue Lesart. |
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1. Du musst
keine anderen Götter haben neben mir.
2. Du musst
den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht
mißbrauchen.
3. Du musst
den Feiertag heiligen.
4. Du musst
deinen Vater und deine Mutter ehren.
5. Du musst
nicht töten.
6. Du musst
nicht ehebrechen.
7. Du musst
nicht stehlen.
8. Du musst
nicht falsch Zeugnis reden wider deinen
Nächsten.
9. Du musst
nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Du musst
nicht begehren deines Nächsten Weib,
Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein
Nächster hat.
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Das fünfte Gebot besagt nun, dass man nicht verpflichtet
ist zu töten, es besagt aber nicht, dass dies grundsätzlich
schlecht sei. Dieser Lesart ist auf keinen Fall zuzustimmen.
Diskutieren kann man über die neue Lesart des sechsten
Gebotes. Dies bedeutet nun, dass man nicht verpflichtet
ist, einen Seitensprung zu begehen, aber wenn man es
tut, ist es ok. Ob man diesem Gebot jetzt zustimmen
kann hängt von so vielen Faktoren ab, dass
wir das hier nicht weiter diskutieren werden. Auf jeden
Fall zielt der Duden auf eine völlige Neuinterpretation
der gesamten abendländischen Kultur und des Christentums.
Der Autor ist immer für Neuerungen, er hält
es hier mit Goethe (und das Geschaffene umzuschaffen,
damit sich´s nicht zum Starren waffne). Die hier beabsichtigten
Änderungen erscheinen aber selbst dem Autor viel
zu radikal und insbesondere zu ruckartig. Bei Verneinung
kann weder im Spanischen noch im Deutschen deber
(sollen) durch
tener que (müssen)
ersetzt werden.
Die zehn Gebote finden wir im Spanischen in drei unterschiedlichen
Versionen.
| Das Futur
I im Sinne des Deutschen sollen: |
| deutsch
sollen Spanisch Imperativ |
| Deutsch
sollen Spanisch deber |
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