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Die Frage, wie man am besten eine Sprache lernt,
wird kontrovers diskutiert. Auf der pragmatischen
Ebene fällt die Antwort leicht.
| Will
man eine Sprache lernen, muss man
Stücker
drei tun: |
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Erstens:
Zweitens:
Drittens: |
Sich
mit dem Lautbild dieser Sprache vertraut
machen
Die spanischen Wörter lernen
Sich die spanische Grammatik in die
Birne bimsen |
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Wie schnell man
sich mit dem Lautbild vertraut machen
kann, hängt davon ab, inwieweit
sich die Zielsprache und die Muttersprache
lautlich ähneln. Araber und Perser
(eigene Beobachtung) z.B. haben eigentlich
keine Probleme mit deutschen Lauten,
Franzosen schon. Die Aneignung des Lautsystems
könnte durch den Einsatz von mehr
Technik wohl drastisch erleichtert werden,
dies wird hier versucht und dies werden
wir weiter versuchen. |
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Eine Sprache besteht
unter anderem, hopla wer hätte
das gedacht, aus einer ganzen Menge
Wörter, wohl so um die 40 000.
Das klingt erstmal nach ziemlich viel.
Das Abspeichern von Wörtern lässt
sich aber sehr effizient trainieren.
Ist man mit dem Lautbild vertraut, so
sollte es eigentlich jedem möglich
sein, nach einer gwissen Trainingsphase
etwa 20 Wörter in einer Stunde
zu lernen. Kann man aber zwanzig Wörter
am Tag lernen, dann macht das in knapp
einem Jahr 300 X 20 = 6000 Wörter
und das wiederum ist doppelt so viel
wie man in etwa braucht, um für
alle Alltagssituationen gewappnet zu
sein und einigermaßen flüssig
eine Zeitung lesen zu können. Beim
Lernen von Wörtern gibt es Leute,
die sich besonders lange darüber
Gedanken machen, ob das Wort nun wichtig
ist oder nicht. Diese Methode erscheint
weniger sinnvoll. In der Zeit, in der
man solche philosophischen Überlegungen
anstellt, kann man das Wort auch abspeichern.
Eine sinnvolle Methode ist eine Tageszeitung
zu lesen, z.B. "El país",
die unbekannten Wörter zu notieren
und sie dann zu lernen. Tageszeitungen
erfassen in der Regel den aktuellen
Wortschatz. Literatur tut das oft nicht,
z.B. tut es das Buch "Don Quijote
de la mancha" nicht. Dort kann
man zwar Experte werden für Ritterüstungen,
aber dieser Wortschatz ist für
den Alltag nur von geringem Interesse.
(Trotzdem ist es natürlich ein
geniales Buch). Viele werden überrascht
sein festzustellen, dass sie schon nach
kurzer Zeit einigermaßen flüssig
Spanisch lesen könenn. Der Sinn
von diesen ganzen Vokabelntrainern wie
Karteikästchen und Grundwortschatz
Spanisch etc. etc. hat dem Autor noch
nie so richtig eingeleuchtet. An dieser
Stelle kann man übrigens auch die
Frage, wer eine Sprache schneller lernt,
ein Kind oder ein Erwachsener, deutlich
relativieren. Ein Erwachsener mit dem
nötigen Sportsgeist, vulgo Disziplin,
ist schneller. Wer "El país"
nicht kaufen kann oder will, der kann
es sich natürlich auch aus dem
Internet ziehen. Die Adresse ist, Donnerwetter
wer hätte das gedacht, www.elpais.es.
Dann halt ein zwei Artikel ausdrucken
und durcharbeiten. Die Frage, wieviele
Wörter man lernen sollte, ist einfach
zu beantworten: Mehr ist immer mehr.
Wie oft im Leben spielt des weiteren
auch hier Kreativität eine Rolle.
Man kann Wörter an Badezimmerspiegel,
Kühlschränke, über den
Monitor, an Kleiderschränke etc.
hängen. Man kann sie sich auch
auf die Hände schreiben. Man kann
Sie auf eine Kassette sprechen und sie
sich beim Auto fahren vorduddeln lassen.
Ideal ist Wörter lernen auch für
Leute, die schlecht einschlafen. Wenn
Wörter lernen ermüdend ist,
dann ist das ja die perfekte Schlaftablette.
Wer es übrigens mit dem Spanisch
lernen ganz ernst meint, der braucht
ein gutes Wörterbuch. Unübertroffen
ist hierbei das Wörterbuch von
Slaby-Grossmann, das gibt es sowohl
vorwärts (Spanisch => Deutsch),
wie auch rückwärt (Deutsch
=> Spanisch). Am Anfang ist aber
auch der Minipons ausreichend, den kann
man in die Tasche stecken und hat einen
Einband aus Plastik, so dass er vielleicht
sogar einen Strandurlaub überlebt.
Beim Abspeichern von Wörtern ist
weniger Begabung entscheidend, als Sportsgeist
und Kreativität. Schauen Sie sich
Lance Amstrong an. Der Mann hat Härte.
Der kann auch Französisch. Wieviel
Grammatik man braucht, darüber
kann man kontrovers diskutieren. Dreh-
und Angelpunkt der Sprachbeherrschung
sind die Wörter. |
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Jetzt wird die
Sache komplizierter. Wieviel Grammatik
braucht der Mensch ? Dieses Lehrbuch
vermittelt Spanisch durch die Analyse
der grammatikalischen Strukturen. Wie
sattsam bekannt, wird das überall
so gemacht. An Schulen, Hochschulen,
privaten Bildungsträgern, im Selbsstudium
etc. etc. Richtig ist, dass die Muttersprache
nicht so gelernt wird. Richtig ist aber
auch, dass das menschliche Gehirn ganz
allgemein so arbeitet. Es sucht immer
nach Regeln, die das Chaos ordnen. Warum
soll man das bei Sprachen nicht tun
? Ohne Kenntniss der Regeln wird das
Spanische an Ihrem Ohr vobreirauschen
wie ein Wasserfall. Sie werden keine
Struktur erkennen und es wohl auch nie
lernen. Kaum vorstellbar, dass man ohne
Grammatik als Erwachsener eine Sprache
lernen kann. Die Frage ist nur, wieviel
braucht man davon ? Man kann es mit
der Analyse grammatikalischer Strukuren
auch übertreiben. Sie werden irgendwann
mal feststellen, dass Sie bestimmte
Dinge richtig machen, ohne zu wissen,
was genau die Regel ist. Unter Umständen
ist es günstig, in zwei Schritten
vorzugehen. Versuchen Sie im ersten
Schritt, sich über das Gesamtsystem
der spanischen Grammatik einen Überblick
zu verschaffen, versuchen Sie zu verstehen,
an welchen Stellen das Spanische anders
funktioniert als das Deutsche und gehen
Sie in einem zweiten Schritt in die
Details. Versuchen Sie in einem ersten
Schritt soweit zu kommen, dass Sie die
grammatikalischen Strukturen passiv
erkennen und versuchen Sie erst in einem
zweiten Schritt, diese aktiv zu beherrschen.
Mit passiv verstehen ist hier gemeint,
dass Sie eine Struktur erkennen, wenn
Sie diese hören oder lesen. Aktiv
beherrschen heißt, dass Sie diese
Struktur auch selbst anwenden können.
Beißen Sie sich beim ersten Durchgang
nicht an irgendwelchen Details fest,
machen Sie sich lediglich mit der Struktur
bekannt, so dass Sie diese erkennen,
wenn Sie sie hören oder lesen.
Sie müssen im ersten Durchgang
z.B. nicht im Detail verstehen, wie
der subjuntivo genau verwendet wird,
aber Sie sollten ihn erkennen, wenn
er auftaucht. Im übrigen gilt,
dass man eine Sprache nur lernt, wenn
man sie spricht. Diese Erkenntnis ist
allerdings so trivial wie wenig hilfreich,
weil man in der Regel eben keinen Muttersprachler
zur Verfügung hat. Helfen kann
man sich, indem man spanisches Fernsehen
schaut oder in einen spanischen Chat
geht. Für manche Leute ist es auch
spannend, sich mit spanischer Literatur
zu beschäftigen. Von vielen Autoren
gibt es einzelne Bücher, die einfach
sind und trotzdem noch einen literarischen
Wert haben. Zu nennen wäre z.B.
(geordnet nach literarischer Qualität):
Mario Vargas Llosa (La ciudad y los
perros), Gabriel Garcia Márquez
(Crónica de una muerte anunciada),
Pio Baroja (El árbol de la ciencia),
Miguel de Unamuno (Niebla). Literatur
ist wohl auch eine gute Methode, Strukturen,
die einem passiv bekannt sind, nochmals
zu festigen. Wer liest spricht ja nicht,
er muss die Strukturen nur erkennen,
wenn sie auftauchen. Hinsichtlich des
Schwierigkeitsgrades lässt
sich zumindest tendenziell wohl eine
bestimmte Systematik ausmachen. |
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Stufe
1: |
Man
sagt etwas, und die Anzahl der möglichen
Antworten ist eingeschränkt. Das
sind so die typischen Touristenstituationen,
Im Restaurant etwas bestellen, Einkaufen,
Zimmer verlangen |
| Stufe
2: |
Man unterhält
sich über ein abstrakteres Thema,
aber da es ein Dialog ist, kann man
den Diskussionsfaden noch halbwegs steuern.
Der gegenüber nimmt unter Umständen
Rücksicht, er spricht einen direkt
an |
| Stufe
3: |
Lesen eines Zeitungsartikels.
Der Schwierigkeitsgrad mag hoch sein,
aber man hat alle Zeit dieser Welt |
| Stufe
4: |
Lesen anspruchsvoller
Literatur. Die Wörter können
sehr exotisch sein, unter Umständen
braucht man Spezialwörterbücher,
die Handlung kann sehr kompliziert sein,
aber man hat wieder alle Zeit dieser
Welt |
| Stufe
5: |
Verstehen einer
Nachrichtensendung im Fernsehen oder
Radio. Fernsehsprecher sprechen in der
Regel sehr deutlich und ohne (sich häufig
ändernde) umgangsprachliche Redewendungen.
Sie verwenden auch keinen Jargon (Jugendsprache
etc.). Sie sind am dichtesten an dem
dran, was in den Büchern steht.
Weiter weiss man in der Regel eh um
was es geht, so dass man sich vieles
auch denken kann, ohne es genau zu verstehen. |
| Stufe
6: |
Man verfolgt ein
Gespräch zwischen Spaniern, etwa
weil man mit am Tisch sitzt. Hier hält
man den Diskussionfaden nicht mehr in
der Hand. Der Anteil der "allerneuesten"
Redewendungen ist hoch, die Aussprache
ist unter Umständen undeutlich,
es wird sehr schnell gesprochen. |
| Stufe
7: |
Verstehen von Filmen.
Unter Umständen sehr komplexe Handlung,
sehr komplexe Dialoge, "allerneueste"
Redewendungen, sehr schnell, keine Möglichkeit
einzugreifen |
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Das zentrale Problem aller Sprachen hat aber mit
Grammatik gar nichts zu tun. In jeder Sprache dieser
Welt kann man nette oder interessante Dinge sagen.
Die Fähigkeit dies zu tun, hat weniger mit
dem Wortschatz, noch mit der Grammatik noch mit
dem Lautbild etwas zu tun.
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