Es gibt einen Fall, der sich nicht mit den zuvor genannten deckt.
Das Buch musst du unbedingt lesen.
Este libro lo tienes que leer.
Este libro lo debes leer.
Du musst es mal ausprobieren, es ist irre.
Ésto lo tienes que probar.
Ésto lo debes probar.

Bei diesen Sätzen ist offensichtlich, dass kein Druck ausgeübt wird. In diesem Fall wird müssen benutzt, weil bei müssen die "innere Notwendigkeit", der Appell an eine innere Einstellung mitschwingt. Es wird appelliert an "innere Werte". Weiter muss müssen in diesen Fällen verwendet werden, weil bei der Alternative, nämlich sollen, die Idee mitschwingt, dass es jemand anderes ist, der es fordert. In den oben genannten Sätzen fordert die andere Person es aber nicht, es ist ihr egal. Man vergleiche die oben stehenden Sätze mit diesen.

Er sagt, du sollst das Buch bis Dienstag lesen.
Er sagt, du sollst es ausprobieren.

In diesem Falle rückt der Wille eines anderen in den Vordergrund. Das ist aber genau dass, was man eben nicht ausdrücken will. Müssen muss also auch verwendet werden, wenn ein Handlungsspielraum zwar vorhanden ist, aber ausschließlich an die "innere Einstellung" appelliert wird. Dies ist im Spanischen anders. Wird ausschließlich an die "innere Einstellung" appelliert, dann kann im Spanischen sowohl deber (sollen) wie auch tener que (müssen) stehen.