- IX -
Revelación
El general Braun había cumplido la promesa hecha al corregidor de La Quiaca. El gobernador de Moraya y su linda hija escoltados por sus audaces libertadores entraban al siguiente día en el campamento boliviano.
La severidad de la disciplina ordenaba al general castigar la falta que con tanta astucia había él mismo provocado. En consecuencia, arrestó a los culpables y los sometió a juicio; pero el gobernador y su hija pidieron la libertad con ruegos tan apremiantes, que le dieron la oportunidad inapreciable para el coronamiento de su obra, de perdonar el crimen en gracia del resultado.
Lucía partió aquella tarde con su padre, y éste pidió a Fernando que los acompañase a Moraya. El joven no había tenido ocasión de hablar a solas con su prometida: ella las había cuidadosamente evitado. Por lo demás, su voz, o la expresión de su semblante conservaban siempre la dulzura afectuosa que usara con el que debía ser su esposo. Nadie había percibido en ella el menor cambio: nadie sino Fernando.
El joven no podía darse cuenta de lo que sentía su alma; estaba descontento de sí mismo, y anhelaba llegar, con la esperanza de encontrar en esa casa donde transcurrieron los días de su infancia; donde nació su amor por Lucía, los recuerdos de un pasado que a pesar suyo veía palidecer. Pero aquella morada, que antes era para él un edén de amor, pareciole ahora fría como un hogar apagado. Un astro se había alzado en el cielo de su destino, y había eclipsado el que antes lo alumbraba.
El gobernador, entrando en el cuarto seguido de su hija, vino a interrumpir aquel penoso desvarío.
-Fernando -le dijo-, ha llegado la hora de una revelación que influirá inmensamente en tu existencia y que retardé hasta hoy, por motivos que te explicaré y que tú encontrarás justos. He querido que la presencie Lucía, porque va a cambiar por completo el destino de ambos.
Sentose en frente del joven, hizo sentar al lado a su hija y prosiguió:
-De la historia de tu pasado, sólo conoces la escena dolorosa de aquella noche en que una mujer enlutada, cubierta con un velo y llevando en sus brazos un recién nacido, llamó a la puerta del pobre labrador de Jalina; y arrojándose a sus pies, le pidió amparo para aquella pobre criatura que había venido al mundo entre la deshonra y la orfandad; y alejándose sollozante, desesperada, volvía cada noche a deshoras para llorar, abrazada de su hijo, hasta que un día desapareció para no volver más.
-Sí -respondió Fernando, profundamente conmovido-, ese niño era yo; y ese labrador eras tú, buen padre, tú que me rodeaste de cuidados y de cariño; que buscaste una esposa para darme una madre; que me enseñaste el amor al trabajo, el horror del vicio y la excelencia de la virtud; y no bastando a tu bondad tantos beneficios vas a darme esta bella y noble compañera.
Los ojos y los labios de Lucía enviaron al joven una dulce y pálida sonrisa.
-En todo eso, hijo mío -repuso el anciano-, di un inmenso gozo a mi corazón; pero tú ignoras que desde que tu madre te puso en mis brazos he hecho a tu dicha, día a día, un inmenso sacrificio. ¿Sabes cuál? Dejarte ignorar que eras rico.
-Desde muy temprano reconocí en ti un espíritu soñador que gustaba vivir en las regiones de lo ideal. Dar pábulo a esa propensión es abrir la puerta al ocio. Hícete, pues, un misterio del tesoro que tu madre me confió para ti; eché sobre mis hombros la pesada responsabilidad de tu porvenir y me consagré al cuidado de tus intereses. Todo cuanto me has visto acumular con tan codicioso anhelo, era tuyo, era para ti.
-He ahí el estado actual de tu fortuna -continuó el anciano, extendiendo sobre la mesa en que se apoyaba Fernando un legajo voluminoso-. La inmensa riqueza, la riqueza proverbial del gobernador de Moraya, es tuya, tuya exclusivamente.
-Es de Lucía, padre mío -exclamó Fernando, estrechando entre sus brazos al anciano-. Yo poseo un tesoro: mi espada que me abrirá, lo espero, un ancho camino en el mundo.
-Y yo que voy a abandonarlo, nada necesito, nada deseo, nada quiero si no es la paz y el olvido -respondió la joven. Y tendiendo a Fernando una mano fría: -¡Adiós!, hermano mío -dijo con acento doloroso pero firme-. Un abismo nos separará bien pronto, pero allá en el asilo donde voy a pedir un refugio contra los dolores de la vida, pensaré siempre en ti, y mi espíritu jamás te abandonará. Y dejando absortos al joven y al anciano, Lucía imprimió sus labios pálidos en la frente del uno y en la mano del otro y se alejó.
Dos días más tarde Lucía partió para Chuquisaca a tomar el velo en el convento de las carmelitas.

 

- IX -
Offenbarung
Der General Braun hatte das Versprechen, das er dem Verwalter von La Quiaca gegeben hatte, erfüllt. Der Gouverneur de Moraya und seine hübsche Tochter betraten am folgenden Tag, eskortiert von ihren kühnen Befreiern, das bolivianische Lager.
Die Strenge der Disziplin verlangte, dass der General den Fehler, den er mit soviel List selber provoziert hatte, bestraft würde. Deshalb ließ er die  Schuldigen festnehmen und über sie Gericht halten. Doch der Gouverneur und seine Tochter flehten so heftig um ihre Freilassung, dass man ihnen
als Krönung ihres Werkes die unschätzbare Möglichkeit gab, das Verbrechen in Anbetracht des Resultates zu verzeihen.
An jenem Tag brach Lucía mit ihrem Vater auf und dieser bat Fernando, dass er sie nach Moraya begleiten möge. Der junge Mann hatte noch keine  Gelegenheit gehabt, mit seiner Verlobten alleine zu sprechen, sie hatte jedes Zusammentreffen mit ihm sorgfältig vermieden. Was das weitere angeht,
hatte ihre Stimme oder der Ausdruck ihrer Gesten nichts von der zärtlichen Neigung verloren, die sie dem entgegenbrachte, der ihr Gatte werden sollte. Niemand hätte ein Änderung ihres Verhaltens wahrgenommen, außer Fernando.
Der junge Mann konnte sich nicht vorstellen, was in ihrer Seele vor sich ging, war unzufrieden mit sich selbst und sehnte sich, in der Hoffnung in diesem Haus, wo er seine Kindheit verbracht hatte, wo seine Liebe zu Lucía entstanden war, die Erinnerungen an eine Vergangenheit, die wider seinen Willen verblasste, wieder zu finden. Doch dieses Haus, dass ihm einst ein Garten Eden der Liebe erschien, schien ihm nun kalt wie eine gelöschte Feuerstelle. Ein Stern hatte sich im Himmel seines Schicksals erhoben und hatte den gelöscht, der in vorher erleuchtet hatte.
Der Gouverneur, der im Gefolge seiner Tochter ins Zimmer trat, entriss ihn seinen schmerzlichen Gedanken.
- Fernando -, sagte er zu ihm, - es ist die Stunde der Offenbarung gekommen, die dein Leben stark beeinflussen wird und die ich bis heute, aus Gründen, die ich dir gleich mitteilen werde und die du vernünftig finden wirst, zurückgehalten habe. Ich wollte, dass Lucía anwesend ist, weil es  das Leben von euch beiden ändern wird.
Er setzte sich dem jungen Mann gegenüber, bat seine Tochter, sich neben ihn zu setzen und fuhr fort.
- Von der Geschichte deiner Vergangenheit kennst du nur die schmerzhafte Szene jener Nacht, in der eine in Trauer gekleidete Frau, von einem Schleier bedeckt und in ihren Armen einen Neugeborenen tragend, an der Tür des armen Arbeiters Jalina klopfte, sich ihm zu Füßen warf und ihn um Schutz
für jene Kreatur bat, die zwischen der Unehre und seinem Status als Waise auf die Welt gekommen war. Sie entfernte sich schluchzend, verzweifelt, kam  jede Nacht zu später Stunde zurück, umarmte ihren Sohn bis sie eines Tage verschwand um nie mehr aufzutauchen.
- Ja - antwortete Fernando, tief gerührt, - dieses Kind war ich und dieser Arbeiter warst du, guter Vater, du, der du mich umgabst mit Fürsorge und Zuneigung. Der du eine Frau suchtest, um mir eine Mutter zu geben, der du mich die Liebe zur Arbeit lehrtest, den Schrecken vor den Lastern und die Vorzüglichkeit der Tugend. Und damit nicht genug, wirst du mir auch diese schöne und noble Gefährtin geben.
Die Augen und die Lippen von Lucía schickten dem jungen Mann ein süßes und blasses Lächeln.
- Durch all das, mein Sohn -, antwortete der Alte, - hab ich meinem Herzen viel Freude bereitet. Doch du weißt nicht, dass ich von dem Zeitpunkt an, als deine Mutter dich in meine Arme legte,  ich um deines Glückes willen ein großes Opfer erbracht habe. Weißt du welches ? Ich habe dir verschwiegen, dass du reich bist.
Schon sehr früh  erkannte ich deinen zu Träumereien neigenden Geist, der sich im Reich des Ideellen wohl fühlte. Diesem Geist Nahrung zu geben, hieße die Tür zum Müßiggang zu öffnen. Folglich verschwieg ich dir das Geheimnis des Schatzes, den deine Mutter mir für dich anvertraut hatte. Ich nahm die schwere Verantwortung deiner Zukunft auf mich und widmete mich der Wahrung deiner Interessen. Alles, was du mich mit dieser gierigen Sehnsucht hast anhäufen sehen, war dein, war für dich. -
- Hier ist der aktuelle Stand deines Vermögens -, fuhr der Alte fort und breitete auf dem Tisch, auf den sich Fernando stützte eine umfangreiche Akte aus. Der immense Reichtum, der sprichwörtliche Reichtum der Gouverneurs von Moraya gehört dir, gehört dir allein.
- Er gehört Lucía, mein Vater -, rief Fernando, den Alten in seine Arme nehmend. - Ich besitze einen Schatz: Mein Schwert, das mir, so hoffe ich, einen weiten Weg in die Welt öffnet.
- Ich, der ich sie verlassen werde, brauche nichts, wünsche nichts, will nichts, außer dem Frieden und das Vergessen -, antwortete die junge Frau indem sie Fernando eine kalte Hand reichte. - Adios! Mein Bruder -, sagte sie mit schmerzlicher doch fester Stimme. - Ein Abgrund trennt uns bald, doch dort
im Asyl, wo ich um einen Zufluchtsort gegen die Schmerzen des Lebens bitten werde, werde ich immer an dich denken und mein Geist wird dich nie verlassen.- Sie ließ den jungen Mann und den Alten in Gedanken versunken zurück, drückte ihre blassen Lippen auf die Stirn des einen und auf die Hand des anderen und entfernte sich.
Zwei Tage später brach sie auf nach Chuquisaca, wo sie  im Kloster der Karmeliterinnen den Schleier anzog.