Inhalt

1. Stoppt das Goethe Institut: Keiner braucht es!
2. Stellungnahmen von Mitgliedern verschiedener politischer Parteien zum Goethe Institut
     Parteien
3. Antwort des Petitionsausschusses zu einer Petition, die ein Stopp der Subventionierung forderte
4. Warum Deutsch lernen?
5. Goethe Institut droht mit Verleumdungsklage
6. Sprachen lernen kann man auch ohne einen gigantischen,
    teuren Apparat. Auch Guido Westerwelle kann geholfen werden
7. Die Deutsche „Kultur“ und Außenpolitik im neuen Koalitationsvertrag CDU / CSU / FDP

  1 Stoppt das Goethe Institut - Keiner braucht es!

Das Goethe Institut, wie alle anderen Institutionen dieser Art, DAAD, Carl Duisburg Gesellschaft, Deutsche Welle etc. sehen sich als Schild und Schwert der deutschen Kultur im Ausland. Fett mit Steuergeldern gemästet, 230 Millionen Euro pro Jahr für das Goethe Institut, rund  500 Millionen Euro für den Rest an Kulturklimbim  für die gelangweilten Hausfrauen und Hausmänner der Upper Class  dieser Welt. Kann das funktionieren? Seit wann wird Kultur veranstaltet und promotet von mental verbeamteten Möchtegernfeinsinnigen? In welcher Phase der Geschichte, hat ein mental verbeamteter Apparat für die Kultur Nennenswertes geleistet?  Eine mental verbeamtete Institution als Förderer der Kultur einzusetzen, ist in etwa  so sinnvoll, wie mit einer Milchkuh Tango tanzen.

Beim Goethe Institut ist die Situation allerdings besonders krass. Nicht nur dass es in alle Richtungen pulluliert, das tun alle "Kultureinrichtungen" des Bundes, mit dem Ergebnis, dass sie irgendwann alle das Gleiche machen und stattliche "Kulturträger" in Konkurrenz zu staatlichen "Kulturträgern" stehen, das Goethe Institut ist auch ein Kuriosum in der marktwirtschaftlichen Ordnung, es tritt im Inland in  Konkurrenz zu privaten Anbietern von Sprachkursen, die als Unternehmen Steuern bezahlen und damit die Subventionierung ihrer eigenen Konkurrenz erst ermöglichen. Keine deutsche Stadt hat einen Bedarf an einem Goethe Institut, es gibt überall leistungsfähigere und kostengünstigere private Anbieter für Deutsch als Fremdsprache. Im Ausland besteht erst Recht kein Bedarf an Goethe Instituten, anzunehmen ist sogar, dass durch die Existenz derselben das Angebot im Ausland knapper wird, da das Goethe Institut durch seine institutionelle Verankerung die hochpreisigen Kurse, die einen hohen Deckungsbeitrag erwirtschaften, abschöpft, bei den privaten Anbietern folglich nur noch die Kurse mit einem geringen Deckungsbeitrag verbleiben. Eine Mischkalkulation ist nicht mehr möglich.

Der eigentlich als Propagandaschrift  gedachte Rechenschaftsbericht, dieser strotzt geradezu vor hehren Zielen wie Völkerverständigung, Kulturförderung und dem humanistischem Erbe Deutschlands, das man in die Welt tragen will, ist, anders als gedacht, der Offenbarungseid, denn er enthält, versteckt in viel Blabla, auch tatsächlich konkrete Zahlen. Man könnte zwar von einer Institution, die mit erheblichen Steuermitteln subventioniert wird, verlangen, dass sie eine Kostenträgerrechnung oder zumindest eine
Kostenstellenrechnung erstellt und diese veröffentlicht, aber wir können die Zahlen mal aufbereiten.

  Kosten der Deutschkurse

Die Vermittlung der deutschen Sprache im In- und Ausland bezeichnet das Goethe Institut als sein Kerngeschäft. Der "Rechenschaftsbericht" ist wohl bewusst so angelegt, dass die Zahlen, die eine Beurteilung der Sprachkurse unter wirtschaftlichen Effizienzkriterien erlauben würden, erst mal nicht möglich ist, eine Kostenträgerrechnung oder eine Kostenstellenrechnung, die die Kosten pro erteilter Unterrichtsstunde ermittelt und so den direkten Vergleich zu marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen ermöglichen würde, liegt nicht vor. Kaum anzunehmen, dass die zahlreichen renommierten Wirtschaftsberatungsunternehmen, die sich beim Goethe Institut die Klinke in die Hand geben, auf dieses Manko nicht hingewiesen haben. Man will diese Zahl wohl nicht ermitteln, denn schon ungefähr ermittelt, ist sie grauenhaft. Es ist teuer für den Steuerzahler. Verdammt teuer. Private Sprachinstitute können einen Kurs (bei wesentlich kleineren Gruppen als beim Goethe Institut üblich, für 8 Euro anbieten, das Bundesamt für Migration zahlt pro Stunde und Teilnehmer 2,50 Euro).  Schauen wir mal, was beim Goethe Institut rauskommt.

Wir addieren die Eigeneinnahmen des Goethe Institutes zu den Zuwendungen des Auswärtigen Amtes hinzu und subtrahieren die Aufwendungen für "kulturfördernde"  Maßnahmen (230 + 40 - 60). Dann kommen wir etwa auf 210 Millionen Euro. Mit diesem Geld wurden dann Deutschkurse für  196.888 Teilnehmer organisiert. Das macht dann pro Teilnehmer etwas über 1000 Euro. Rechnen wir mit durchschnittlich 60 Stunden pro Teilnehmer, kommen wir auf knapp 17 Euro / Stunde. Mehr als das Doppelte des Marktpreises. Es lässt sich gut leben, an den mit Steuergeldern gefüllten Fleischtöpfen Ägyptens.

Die andere Rechnung wäre der Anteil an Subventionierung pro Teilnehmer. Hier ist von der Zuwendung des Auswärtigen Amtes der Anteil an Aufwendungen zu subtrahieren, der auf das entfällt, was die Kulturträger der Nation eben unter Kultur verstehen. Das ergibt dann 170 Millionen Euro. Das heißt, jeder Teilnehmer (im Ausland, denn direkt subventioniert werden nur die ausländischen Institute, die inländischen nur insofern, als die Werbemaschine im Ausland von Steuergeldern gefüttert wird)  wird mit 100 Euro subventioniert.

Fazit: Das Goethe Institut schafft es, wesentlich teurer als jeder private Anbieter zu sein und trotzdem noch ordentlich Steuergelder zu verbraten. Wie so was überhaupt geht? Indem man Kosten produziert, dass es knallt.

  Kosten einer ausländischen Niederlassung

Die Auslandsniederlassungen sind der ganze Stolz des Goethe Institutes, 134 Stück an der Zahl. Damit fühlt sich das Goethe Institut überall vertreten. Wenn eine Niederlassung in Buenos Aires besteht, dann fühlen sich auch die Menschen im 1000 km entfernten Salta noch beglückt von der deutschen Kultur. Was kostet eine Niederlassung? Sie kostet, dividiert man die Zuwendungen des Auswärtigen Amtes durch die Anzahl schlappe 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Wir wüssten jetzt natürlich gerne, wie man Jahr für Jahr 1,7 Millionen Euro verbrät. Aber das erfahren wir in dem "Rechenschaftsbericht" natürlich nicht. Wir erfahren viel über das Wahre, Schöne und Gute, erfahren, dass das Goethe Institut gar nicht subventioniert wird, sondern die Zuwendungen investiven Charakter haben, denn sie sichern Deutschlands Zukunft als Kulturnation, aber nur sehr wenig darüber, wo unsere Steuergelder hinfließen.

  Goethe Institut ist auch Online

Die Online Präsenz des Goethe Instituts, www.goethe.de, sorgt beim Goethe Institut wohl für fast noch mehr Begeisterung, als die Auslandsniederlassungen, da wird es dann wahrhaft weltumspannend, allerdings erschließt sich keinem der Sinn dieser Seite. Sie ist komplett auf Deutsch, kann also nur von Leuten gelesen werden, die schon perfekt Deutsch sprechen,  und entspricht so in etwa einem schlecht, bieder und langweiligen Feuilletonteil einer Zeitung. Anzunehmen, dass man vom Ausland her, so man des Deutschen mächtig ist, gleich die Seiten von Profis anwählt, also www.spiegel.de, www.faz.de, www.sueddeutsche.de etc. etc. etc. Behauptet wird, dass diese Seite 15 Millionen Seitenaufrufe pro Monat hat. Das ist zwar nicht gerade viel (die infos24 GmbH hat auf den Sprachportalen 6 Millionen, hat aber auch keine subventionierte Mitarbeiter die mitclicken) , aber trotzdem für einen Internet Profi kaum glaubwürdig. Eine Seite ohne Interaktivität, (der Chat wurde nach kurzer Zeit wieder abgeschaltet, weil er nicht lief), die weitgehend aus Infoschrott besteht und die google beharrlich ignoriert, kann es eigentlich kaum auf so einen Wert bringen. Aber schon die stolze Nennung dieser Zahl, zeugt von stiller Einfalt ohne Größe. Die Zahl ist  in Relation zu den insgesamt vom Ausland her aufgerufenen Seiten im Promillebereich. Richtig ist zweifelsohne, dass das Bild Deutschland im Ausland aktuell nicht vom Goethe Institut, nicht von der Deutschen Welle, vom  DAAD, der Carl Duisberg Gesellschaft etc. geprägt wird, sondern vom Internet. Die genannten sind im Vergleich zu dessen Wirkung ein Posten unter ganz ferner liefen, dass man sie nicht abschafft, ist weniger ihrer Bedeutung, als dem Beharrungsvermögen von Bürokratien geschuldet. Stolz ist man dann noch darauf, dass man 250000 Seiten produziert hat. Der Geist und die Kultur wird also beim Goethe Institut bewertet wie die Salami an der Wursttheke, die Masse macht‘s. 250 000 Seiten reinster Infoschrott. Wir haben, mal zum Vergleich, zwar nur 50 000 Seiten, die gehaltvoll sind, zählen wir aber alles mit, kommen wir wahrscheinlich auf eine halbe Million. Immerhin ist das Goethe Institut online, auch wenn sie daraus nicht den Schluss ziehen, der zu ziehen wäre. Das Internet ist tatsächlich überall und informiert über Deutschland in jeder Sprache, in jeder Tiefe, zum Nulltarif. Hätte man vor 15 Jahren in einer Institution wie dem Goethe Institut oder der deutschen Welle mit viel gutem Willen einen Sinn erkennen können, dann ist die Geschäftsgrundlage dieser Institutionen inzwischen verloren gegangen. Die Wirkung für die Außendarstellung Deutschlands ist im Vergleich zum Internet faktisch Null. Unsinnig sind damit auch die Bibliotheken, die das Goethe Institut im Ausland betreibt. Es handelt sich hierbei überwiegend um Bellestrik und die dürfte, was die deutsche Literatur angeht, inzwischen gemeinfrei sein und im Internet zur Verfügung stehen, zu einem sehr großen Teil sogar vertont, was didaktisch sinnvoller ist.

  Das Goethe Institut und das Wahre, Schöne und Gute

Das Goethe Institut sieht sich ja gerne als Schild und Schwert des Wahren, Schönen und Guten. In diesem Sinne wird getextet, da könnte man glatt glauben das  Zentralorgan irgendeiner Partei in der Hand zu halten, die inzwischen auf dem Schrottplatz der Geschichte gelandet ist. Die Vertreter des Wahren, Schönen und Guten können aber, von den Fleischtöpfen Ägyptens üppig ernährt, nicht das,  was privatwirtschaftliche Unternehmen, wie zum Beispiel die infos24, die sogar Geld verdienen muss, leisten. Nämlich Kurse kostenlos im Internet anbieten. Das Goethe Institut tröstet sich wahrscheinlich damit, dass die Qualität ihres Angebotes den kostenlosen Angeboten im Internet überlegen ist. Das wäre, nimmt man Steuergelder in die Hand, zu beweisen, nicht zu behaupten. Wer öffentliche Mittel in die Hand nimmt, muss den Nachweis liefern, dass sein Angebot kostenlosen Angeboten überlegen ist.   Wenn vom Wahren, Schönen und Guten die Rede ist, das kann man sich als Daumenregel merken, ist es meistens unwahr, unschön und ungut. So auch hier. Sie stellen nichts von dem Wahren, Guten und Schönen ins Netz. Wir lesen auf Seite 17 des Rechenschaftsbericht, dass aus dem Verkauf von Lehr- und Prüfmaterialien 1,7 Millionen Euro mehr erzieht wurden (die absolute Höhe erfahren wir nicht). Macht es tatsächlich Sinn, dass ein Institut, dass sich faktisch ausschließlich über Steuergelder finanziert, diese Materialien für teures Geld um den Globus schickt und diese sinnlos produzierten Kosten dann auf den Endkonsumenten abwälzt,  anstatt sie kostenlos zum download anzubieten? Da wo das Goethe Institut institutionell bedingt abkassieren kann, kassiert es ab. Sponsern lässt man sich den Kulturklimbim, für den würde nämlich niemand bezahlen, aber  die politisch Verantwortlichen scheinen wohl schon bei dem Wort Kultur feuchte Augen zu bekommen,  jedes Argument aus dem Controllingbereich, wie zum Beispiel klare und messbare Ziele, wird als Blasphemie geschmäht. Der Autor hat lange genug Controlling in der öffentlichen Verwaltung unterrichtet, um zu wissen, dass unklare Ziele bestens zur Besitzstandswahrung geeignet sind.  Freudig wird weiter konstatiert, dass sich die Einnahmen aus den  Sprachkursen erhöht haben. Nicht erwähnt wird der Anteil, der auf die Kurse mit zwangsverpflichteten Teilnehmern entfällt. Zwangsverpflichtet sind nämlich die DAF  Dozenten, die, wollen sie in Integrationskursen unterrichten, sich beim Goethe Institut "nachqualifizieren" müssen, wobei keiner weiß, wieso das Goethe Institut der geeignete Träger einer solchen Nachqualifizierung ist. Es gibt keinen Nachweis, dass das Goethe Institut hierfür qualifizierter ist, als private Bildungsträger, die ohne Subventionen und ohne institutionelle Verankerung wirtschaftlich erfolgreich sind. Man kann in der Regel davon ausgehen, dass Unternehmen, die wirtschaftlich erfolgreich sind und mit ihren Steuergeldern die gigantische Subventionierung des Goethe Institutes überhaupt erst ermöglichen, auch qualitativ besser sind.

  Alternative Verwendung der Mittel

Die Hemmschwellen des Goethe Institutes sind gering, sehr gering. Es gibt keinen Spruch, und sei er noch so dämlich, den sich dieser Trümmerhaufen nicht auf die Fahne schreibt. Sie sind ohne weiteres in der Lage, sich als „Fenster zur freien Welt“ zu sehen, zu behaupten, dass irgendeine Bibliothek mit Belletristik in Kasachstan für die dortige Bevölkerung ein Stück Freiheit bedeutet. Auch hier gilt das oben Gesagte. Im Vergleich zum Internet ist eine Bibliothek irgendwo in Kasachstan vollkommen irrelevant. Will man das Ansehen Deutschlands in der Welt steigern, dann muss man sich damit befassen, konkrete Probleme zu lösen. Der Kulturklimbim wäre also komplett aufzulösen und in das Budget des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu überführen. Das würde auch die Chancen erhöhen, dass Deutschland seinen Verpflichtungen aus der Millenniumkonferenz vom September 2000 nachkommen kann.

Das Goethe Institut ist unheimlich stolz auf die Anzahl der Teilnehmer ihrer Kurse, nimmt dies als Beweis für seine Existenzberechtigung. Im Ausland haben 175721 an einem Kurs teilgenommen, im Inland 21167. Ein Indiz, dass das Goethe Institut als „Kulturmittler“ effizient ist, lässt sich allerdings aus diesen Zahlen kaum ablesen. Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer an diesen Kursen auch ohne das Goethe Institut, in einer privaten Sprachschule, einen Deutschkurs belegt hätten. Es gibt absolut kein Indiz dafür, dass es die Tätigkeit des Goethe Institutes war, die diese Begeisterung für die deutsche Sprache entfachte. Es ist ein reiner Substitutionseffekt. Anders sieht es aus mit den Kursen aus, die im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge durchgeführt werden. Diese könnte natürlich auch das Goethe Institut durchführen, aber da ist a) kein Geld zu verdienen und b) geht es da auch nicht um das Wahre, Schöne und Gute. Das ist echte Arbeit, die soziales Fingerspitzengefühl verlangt, die überlässt mal lieber anderen, also privaten Bildungsträgern. Involviert ist man nur in der „Qualitätssicherung“, das ist eher mit dem Selbstverständnis des Goethe Institutes als Hüter der deutschen Sprache zu vereinbaren. Irgendwie kommt bei den Jungs und Mädels was falsch an. Subventioniert werden in Regel Unternehmen, die nichts auf der Pfanne haben. Die Höhe an Subvention ist eher Ausdruck von Unfähigkeit, als ein Kompetenznachweis. Wenn private Unternehmen mit dem gleichen Produkt Geld verdienen, das Goethe Institut am Tropf hängt, dann ist der Kandidat,  der eine Qualitätssicherung braucht wohl das Goethe Institut. Wir sehen keinen Grund, an den Grundpfeilern der leistungsorientierten, marktwirtschaftlichen Ordnung zu rütteln. Ist das Goethe Institut dieser nicht gewachsen, dann muss es eben verschwinden. Anders sieht es aus bei Menschen, die in Deutschland leben und die deutsche Sprache erlernen sollen. Diese sind, überwiegend, nicht in der Lage einen solchen Kurs selbst zu bezahlen und haben, oft, auch zu wenig Erfahrung, eine Sprache im Selbststudium zu erlernen. Wir haben also gar keinen Markt im eigentlichen Sinne. Anstatt nun völlig sinnlose Kurse im Ausland zu organisieren, die ohne die institutionelle Verankerung des Goethe Institutes von anderen Sprachinstituten zu günstigeren Preisen (für die Teilnehmer) durchgeführt werden können, wäre es erheblich sinnvoller, die Mittel für Deutschkurse im Inland einzusetzen. Diese könnten auch vom Goethe Institut direkt durchgeführt werden, es hätte dann die Möglichkeit, seine Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit unter Beweis zu stellen. Könnte konkret beweisen, ob es Sinn macht, dass es mit der Qualitätskontrolle dieser Maßnahmen beauftragt wurde. Könnte beweisen, dass es mit dem Budget, das den privaten Bildungsträgern zur Verfügung gestellt wird, ähnliches wie diese leisten kann. Sollte sich dann herausstellen, dass es hierzu nicht fähig ist, ist es wohl kaum der geeignete Träger zur Qualifizierung der DAF Dozenten.

  Was können Sie tun?

Über eine Petition beim Deutschen Bundestag ist die Nuss erstmal nicht zu knacken. Das haben wir bereits probiert. Irgendwie scheinen quer durch alle Parteien die politisch Verantwortlichen beim Wort Kultur feuchte Augen zu bekommen,  da setzt die Rationalität dann aus. Man erhält vom Petitionsausschuss die schlichte Mitteilung als Antwort, dass das Goethe Institut wichtig ist. Punkt.

Wir  werden diesen Aufruf sukzessive in alle unsere Portale integrieren. Bei bestimmten Regionen, den spanisch, englisch, französisch und italienisch sprechenden Raum, ist davon auszugehen, dass alle, die sich für Deutsch interessieren, unsere Seiten nutzen. Auch dort werden wir darüber informieren, dass es weder im Inland (vor allem da nicht!) noch im Ausland einen Grund gibt, die überteuerten Kurse des Goethe Institutes zu belegen. Es gibt keinen Hinweis, dass diese qualitativ besser sind. Die privaten Bildungsträger bieten ein besseres Preis / Leistungsverhältnis. Wer eine offizielle Bestätigung braucht, kann auch den TestDAF machen.

Sollten Sie also jemand kennen, der darüber nachdenkt, in Deutschland einen Kurs zu machen, dann informieren Sie ihn darüber, dass eine Buchung beim Goethe Institut keine gute Idee ist. Teuer und von der Qualität her durchschnittlich. Allein das Ausbleiben von Teilnehmern wird die politisch Verantwortlichen veranlassen, mit unseren Steuergeldern in ökonomisch sinnvoller Weise umzugehen. Die deutsche Kultur kann man getrost den Profis überlassen. Die machen das effizienter und verdienen auch noch Geld damit.


  2 Stellungnahmen von Mitgliedern verschiedener politischer Parteien zum Goethe Institut

(Videos am Vortag der Bundestagswahl: 26. September 2009)

Interessant ist natürlich immer die Frage, wie transparent staatliches Handeln ist. Ist es vollkommen intransparent, sind Aussagen politischer Parteien nicht nachprüfbar, die Realisierbarkeit politischer Vorstellungen nicht kontrollierbar, der Informationsstand nicht so, dass eine fundierte Meinungsbildung möglich ist, dann werden Wahlen zur Farce. Die sinkende Wahlbeteiligung ist wohl ein Indiz dafür, dass die Demokratie hier allmählich ausgehöhlt wird, weil Wahlen aus diesem Grund als Farce empfunden werden. Das Kasus Goethe Institut zeigt exemplarisch, wie wenig Interesse besteht, staatliches Handeln transparent zu machen. Man wird hier auch nicht geltend machen können, dass es sich um einen komplexen Vorgang handelt, bei dem der Bürger Arbeit investieren müsste, um zu einem Urteil zu kommen. Hier wird schlicht gemauert. Die Videos zeigen Antworten von Mitgliedern verschiedener Parteien, auf immer die gleichen Fragen. Wir werden zu den Videos selbst nicht Stellung nehmen. Es handelt sich überwiegend um einfache Parteimitglieder, die vor allem die Probleme ihres Wahlkreises im Blick haben. Deutsche Außenpolitik, die auswärtige Kulturpolitik bezeichnet das Auswärtige Amt als eine der drei Säulen der Außenpolitik, gehört von daher nicht zu den Problemen, mit denen sich dieser Personenkreis beschäftigt. Das ist völlig verständlich und nachvollziehbar und wir werden das auch nicht weiter kommentieren. Völlig anders sieht es allerdings beim Petitionsausschuss des deutschen Bundestages aus (siehe 3). Hier haben wir es mit einer Personengruppe zu tun, die nicht in der Gehaltsklasse einer Putzfrau liegt, wir dürfen also eine kompetente Antwort erwarten. Die tatsächlichen Verhältnisse werden wir unter drei schildern.

Video  FDP

Video CDU      

Video SPD

Video die Grünen 

  3 Antwort des Petitionsausschusses zu einer Petition,
  die ein Stopp der Subventionierung forderte

Bei einfachen Parteimitgliedern kann man ohne weiteres nachvollziehen, dass sie ein für sie abwegiges Thema nicht spontan systematisch einordnen können, wenn gerade mal jemand zufällig mit einer Kamera vorbeischlurft, wobei man allerdings durchaus sagen kann, dass man mit der "Basis" eher ein vernünftiges Gespräch führen kann, als mit offiziellen Vertretern des Deutschen Bundestages, von letzteren hatte der Autor nämlich schon einige am Telefon. Völlig anders verhält es sich allerdings, wenn der Petitionsausschuss des deutschen Bundestag sich äußert. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine spontane Äußerung zu einem Thema, das aus heiterem Himmel hereinschneit. Hier sind die finanziellen Ressourcen und die Zeit vorhanden, um das Thema zu durchdringen. Die Antwort des Petitionsausschusses zu einer Petition, die darauf abzielte, die Subventionierung des Goethe Institutes zu stoppen, ist eine unheilvolle Allianz aus Dummheit, Frechheit und Arroganz.

Andrés Ehmann
10559 Berlin Auswärtige Angelegenheiten
Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 21.02.2008 abschließend beraten und
beschlossen:
Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil er dem Anliegen nicht entsprechen
konnte.

Begründung
Der Petent fordert die Einstellung der Förderung des Goethe-Institutes. Im Einzelnen führt er aus, dass die politischen Ziele einer positiven Wahrnehmung Deutschlands im Ausland oder die Verbreitung der deutschen Sprache von privaten Trägern besser erreicht werden könnten als durch das Goethe-Institut. Zum einen
konkurriere das Goethe-Institut mit seinen Maßnahmen neben privaten Trägern sogar mit anderen staatlich geförderten Einrichtungen wie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) oder der Deutschen Welle. Zum anderen laufe der Zweck der erheblichen Subventionierung des Goethe-Instituts ins Leere, da dessen Kursangebot deutlich über den marktüblichen Preisen liege. Der Petent kritisiert weiterhin die Monopolstellung des Goethe-Instituts betreffend die Erstellung allgemein gültiger Sprachzertifikate sowie die Voraussetzung einer besonderen, ggf. durch das Goethe-Institut zu erwerbenden Qualifikation für die Dozenten
und die daraus resultierende Benachteiligung privater Anbieter. Darüber hinaus hält der Petent den für eine Repräsentanz Deutschlands im Ausland wichtigen Auftritt im Internet durch das Goethe-Institut für unbefriedigend umgesetzt. Durch seine enge Verbindung zum Auswärtigen Amt und anderen Institutionen des Bundes werde von allen Seiten eine Werbung für das Goethe-Institut finanziell unterstützt, was letztlich die Steuerzahler zu tragen hätten. Diese Mittel sollten anstelle dessen effizienter zur Lösung anderer Probleme genutzt werden, um sinnvoll das Ansehen Deutschlands im Ausland zu fördern. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten des Vortrags des Petenten wird auf den Akteninhalt Bezug genommen.
Bei der Eingabe handelt es sich um eine öffentliche Petition, der sich 42 Mitzeichner angeschlossen haben und zu der 15 Diskussionsbeiträge abgegeben wurden. Der Petitionsausschuss hat zu der Petition eine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes (AA) eingeholt. Unter Berücksichtigung dieser Stellungnahme kommt er nach Abschluss der parlamentarischen Prüfung zu folgendem Ergebnis:
Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) bildet neben der Pflege der auswärtigen Beziehungen und der Außenwirtschaftsförderung eine der drei Säulen deutscher Außenpolitik. Die AKBP wird daher aus dem Haushalt des Auswärtigen Amtes finanziert. Es ist Ziel des Bundestages in Übereinkunft mit der Bundesregierung,
deutsche kultur- und bildungspolitische Interessen im Ausland zu fördern und zum kulturellen Austausch beizutragen. Dabei spielt das Goethe-Institut als die AKBP umsetzende Mittlerorganisation eine herausragende Rolle aufgrund seines internationalen Netzwerkes mit 129 Auslandsinstituten. In einem Rahmenvertrag mit
dem Auswärtigen Amt sind als seine wesentlichen Aufgaben die Förderung der deutschen Sprache, der Kulturaustausch sowie Informations- und Bibliotheksarbeit vereinbart. Die Programme des Goethe-Instituts sind anerkannt, seine globale Präsenz und die vorhandenen Netzwerke entscheidende Stärken. In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt wurde in den vergangenen Monaten ein Reformkonzept erstellt, welches das Goethe-Institut zukunftssicher aufstellt, eine Modernisierung seiner Strukturen vorsieht und das Netzwerk an die sich ändernden außenpolitischen Rahmenbedingungen anpassen wird. Auch in Zukunft soll das Goethe-Institut mit den notwendigen Mitteln für eine personelle und materielle Ausstattung versehen werden. Über deren Verwendung obliegt ihm die Pflicht, dem Auswärtigen Amt sowohl inhaltlich als auch finanziell detailliert Rechenschaft abzulegen.
Der Petitionsausschuss ist der Auffassung, dass eine Tätigkeit des Goethe-Instituts als Mittlerorganisation im Bereich der AKBP einen außerordentlich gewichtigen Beitrag zur Außenpolitik Deutschlands darstellt, der auch weiterhin förderungswürdig ist. Vor diesem Hintergrund kann er das Anliegen des Petenten nicht unterstützen und empfiehlt daher, das Petitionsverfahren abzuschließen.


Zwar erkennen wir an, dass der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages die Argumente gegen das Goethe Institut nochmal zusammenfasste, das erleichtert die didaktische Aufbereitung des Vorganges, doch leider wird in der Antwort auf die Kritikpunkte an keiner Stelle eingegangen. Die Antwort besteht aus einem wüsten Konvolut nichtssagendem Blabla. Positiv daran ist nur der literarische Wert. Es handelt sich um das, was bei Musil "freies Assoziieren im Raum, bei herabgesetzter Denkleistung" bezeichnet wird. Parallelen zu Musils Kakanien ergeben sich des weiteren insofern, dass eine offensichtlich gelangweilte Bürokratie, deren romantische Sehnsucht kein Objekt findet zur nebulösen "großen Tat" schreitet, die in diesem Fall das Goethe Institut ist. So weit liegt das Wahre, Schöne und Gute in der Unendlichkeit, dass es das Herz erfreuen kann, ohne das Gehirn zu belasten. Fakten werden hier nicht helfen. Es wird nicht helfen, dem Petitionsausschuss mitzuteilen, dass es parallel zum Goethe Institut auch die DEUTSCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS gibt (ebenfalls staatlich gefördert), dass jedes Jahr 400 Millionen Übernachtungen von ausländischen Touristen gebucht werden, die ihre persönlichen Erfahrungen machen werden und die Aussagen, die in den Videos gemacht werden, ad absurdum führen. Die paar persönlichen Erfahrungen, die das Goethe Institut organisiert, sind im Zeitalter des Massentourismus der totale Witz. Es wird nicht helfen, dem Petitionsausschuss mitzuteilen, dass sich ein Kulturraum, gleiches gilt übrigens auch für das Instituto Cervantes, das Institut Français, den British Council etc., durch eine zentrale Stelle ncht darstellen lässt. Weder gibt es eine "deutsche Kultur" an sich, noch irgendjemanden, der sich für eine solche en bloque interessiert. Das Goethe Institut stellt dar, was irgendein mental verbeamteter Institutsleiter für die deutsche Kultur hält. Es wird auch im Ausland niemanden geben, der sich für deutsche Kultur en bloque interessiert. Wer sich für Beethoven interessiert, interessiert sich auch für Rachmaninow, ein Fan der Toten Hosen interessiert sich auch für die Sex Pistols, wer sich für Paul Klee begeistert, begeistert sich auch für Miró. Wir können das nicht vertiefen. Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages ist schon mit ganz einfachen Fakten überfordert. Wenn es auch noch philosophisch wird, steigt er aus. Nationalkulturen sind eigentlich so interessant, wie ob in China ein Rad umfällt. Arundhaty Roy, Marcel Proust, James Joyce, Goethe, Dostojewsky, Cervantes, Mario Vargas Llosa, Italo Svevo etc. etc. nimmt niemand als Vertreter einer Nation wahr. Sie gehören zum kulturellen Erbe der Menschheit. Eine "deutsche Nationalkultur" verkaufen zu wollen, ist schlicht dämlich. Zwar versucht auch die infos24 GmbH Kulturräume zu erfassen und investiert hier Geld und Zeit, allerdings mit einer anderen Zielsetzung. Der infos24 GmbH geht es nicht um die Reproduktion von Stereotypen, sondern um die Darstellung dessen, was ist. Das ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was das Goethe Institut will.

  4 Warum Deutsch lernen?

Ein paar Takte kann man noch zu der Frage verlieren, warum man Deutsch lernen soll. Hier werden vom Goethe Institut und ähnlichen Vereinen teilweise Argumente angeführt, bei denen man sich dann schon die Frage stellen kann, ob in jenem bekannten Schrank noch alle Tassen vorhanden sind. Argumentiert wird mit der Kultur, Deutsch als Wissenschaftssprache aber vor allem mit der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands. Es ist nicht ganz klar, ob die Leute, die so texten, sich ab und zu Gedanken darüber machen, wie solche Aussagen in Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei etc. etc. verstanden werden müssen. Solche Aussagen sind eine versteckte Kriegserklärung, implizieren, dass die Bedeutung einer Sprache abhängig ist von der ökonomischen Basis. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Eine Sprache wie Deutsch, mit 110 Millionen Sprechern, bedarf keiner staatlichen Förderung, ist sogar ein gewinnträchtiger Industriezweig. Anders sieht es bei den Sprachen aus, die sehr wenige Sprecher haben. In diesem Falle wäre eine Förderung durch die Europäische Union sogar nachvollziehbar. Das Wehklagen über die vermeintliche Bedeutungslosigkeit des Deutschen in der Welt kann zwar niemand nachvollziehen, aber für "kleine" Sprachen trifft das Argument wohl zu. Dass es ausgerechnet die "großen" Sprachen, Spanisch, Französisch, Englisch, Deutsch sind, die sich Kulturinstitute leisten, lässt nicht gerade darauf schließen, dass die Länder dahinter an kultureller Vielfalt interessiert sind. Das Goethe Institut sendet die absolut falschen Signale. Die Antwort, warum man Deutsch lernen soll, ist nun einfach zu beantworten. Weil es, wie jede andere Sprache auch, lustig ist. Alternativ dazu kann man natürlich auch Flamenco Tanzen, Klavier spielen, 2000 Meter Kraul in 35 Minuten schwimmen etc. etc.. Ob Deutsch gelernt wird oder nicht, wird davon abhängen, wie sympathisch die Deutschen rüberkommen. Beteiligen sie sich an der konkreten Lösung konkreter Probleme, bieten im Bildungssystem Chancen und stehen der Welt offen gegenüber, dann wird auch Deutsch gelernt. Ein arroganter, bürokratischer Verein wie das Goethe Institut wird diese Wirkung nicht entfalten.

  5. Goethe Institut droht mit Verleumdungsklage

Das Goethe Institut geriert sich gerne als Fenster zur Freiheit in diktatorischen Regimen. Wird es aber kritisiert, dann reagiert es mit der Androhung einer Verleumdungsklage. Das Schreiben ist das zweite dieser Art, das uns vom Goethe Institut geschickt wurde. Die Anfangssätze sind etwas dunkel, tatsächlich haben wir die Seite, um die es hier geht, nie aus dem Netz genommen:

http://www.curso-de-aleman.de/helfen/inhaltsangabe_hilfe/goethe.htm


Die Punkte 1 bis 4 würden wir noch nicht als kritisch bewerten. Hier allerdings wird eine Grenze überschritten. Das Goethe Institut weigert sich nicht nur, der Öffentlichkeit über seine mit Steuergeldern finanzierten Tätigkeit Rechenschaft abzulegen, sondern es versucht, jede Diskussion darüber mit rechtlichen Schritten zu unterbinden. Es ist auffallend, dass es auf die Petition beim Deutschen Bundestag in keinster Weise reagiert hat und sich auch nicht veranlasst sah, mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten, z.B. über das zu der Petition gehörende Forum. Diese hätte die Möglichkeit geboten, über die Kritikpunkte zu diskutieren. Eine Reaktion erfolgte erst, als die Kritik in die www.curso-de-aleman.de eingebunden wurde, die tatsächlich im gesamten Spanisch sprechenden Raum dominiert (2500 Besucher pro Tag).

Hier nun also das Schreiben des Goethe Institutes. Was die Aussage betrifft, dass wir irgendwelche Links entfernt hätten, ist das Schreiben etwas dunkel. Wir haben im Gegenteil den spanischen Text ins Englische übersetzt und in die www.german-grammar.de eingebaut. Das gleiche werden wir mit der www.tedesco-online.de, www.allemand-online.de und www.almanca-online.de tun.

Artikel „Pare al Instituto Goethe - ¡Nadie lo necesita!" unter http://www.curso-de-
aleman.de/helfen/inhaltsangabe_hilfe/goethe.htm
Hier: Unterlassungsaufforderung, Ihre Email vom 10.07.2009

Sehr geehrter Herr Ehmann,
wir stellen fest, dass die von uns mit Schreiben vom 09. Juli 2009 gerügten Aussagen nicht mehr online sind.
Diesen Schritt begrüßen wir, auch in Anbetracht des Umstands, dass wir uns zunächst direkt an Sie wandten. Wie Sie sicherlich bemerkt haben, haben wir bislang keine strafbewehrte Unterlassungserklärung gefordert. Ebenso wenig haben wir - dies zu Ihrer Information -Strafanzeige erstattet.
Sollten wir in Zukunft feststellen, dass Ihrerseits erneut diese, ähnliche oder anderweitig rechtswidrige Äußerungen über das Goethe-Institut e.V. getätigt werden, werden wir den Vorgang direkt unserem Rechtsanwalt übergeben und/ oder uns gerichtlicher Hilfe bedienen, wobei wir uns den Hinweis erlauben, dass Sie eine persönliche Haftung treffen kann.
In gleicher Weise werden wir vorgehen, wenn Sie das Schreiben der Unterzeichnerin vom 09. Juli 2009 in irgendeiner Weise in der Öffentlichkeit verbreiten und/ oder verbreiten lassen und damit nicht nur deren Persönlichkeitsrechte, sondern auch die entsprechenden Urheberrechte verletzen.
Wir gehen allerdings davon aus, dass Sie in Zukunft weder die gerügten Aussagen noch andere rechtswidrige Äußerungen behaupten und/ oder verbreiten bzw. behaupten und/ oder verbreiten lassen, so dass diese Angelegenheit damit erledigt wäre.

Welche Pflichten Sie hinsichtlich öffentlicher Äußerungen treffen, entnehmen Sie bitte den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften oder konsultieren Ihren Rechtsbeistand. Gleiches gilt für Ihre Frage zum Begriff „sinngleich". Wir regen an, sich bei dieser Gelegenheit auch über die Beweislastverteilung zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Daniela Timm Goltzsch
Syndikus

Wir haben das Goethe Institut darüber informiert, dass wir dieses Schreiben als bodenlose Rotzfrechheit einstufen und der Leitung des Goethes Institutes Gelegenheit gegeben, sich von dem Schreiben zu distanzieren. Diese Distanzierung ist nicht erfolgt. Wir müssen also davon ausgehen, dass das obige Schreiben vom Goethe Institut für das geeignete Mittel gehalten wird, mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Das Goethe Institut bewertet das Schreiben also offensichtlich keineswegs als die Fehlleistung einer Mitarbeiterin, sondern steht hinter diesem Schreiben und der dort zum Ausdruck gebrachten Kommunikationspolitik. Beachtlich ist vor allem dieser Satz:

"Welche Pflichten Sie hinsichtlich öffentlicher Äußerungen treffen, entnehmen Sie bitte den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften oder konsultieren Ihren Rechtsbeistand. Gleiches gilt für Ihre Frage zum Begriff 'sinngleich'. Wir regen an, sich bei dieser Gelegenheit auch über die Beweislastverteilung zu informieren."

Da die promovierte Juristin sich auch jede sinngleiche Äußerung verbittet, ist davon auszugehen, dass sie überhaupt jede Kritik am Goethe Institut unterbinden will, zumindest scheint sie nicht in der Lage zu sein, eine Grenze anzugeben. Es ist eine erstaunliche Tatsache, dass eine mit erheblichen Steuermitteln geförderte Institution, die sich selbst als Teil der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland versteht, mit einer Verleumdungsklage droht, wenn über die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland öffentlich diskutiert wird. Wir sind also tatsächlich an einer gerichtlichen Klärung des Sachverhaltes interessiert, weil wir eher vermuten, dass der demokratische Meinungsbildungsprozess hier so eingeschränkt werden soll, dass er faktisch nicht mehr vorhanden ist. Wir hätten dann nicht nur das Problem der Intransparenz und der Verweigerung eines Dialoges mit der breiten Öffentlichkeit, sondern ein viel generelleres und allgemeineres Problem. Wir sehen in allen drei Momenten, Intransparenz, Verweigerung des Dialoges und Einschüchterung die gleiche Geisteshaltung und können nicht erkennen, dass ein demokratischer Rechtstaat diese Haltung mit erheblichen Steuermitteln fördern muss.

  6. Sprachen lernen kann man auch ohne einen gigantischen, teuren Apparat. Auch Guido   Westerwelle kann geholfen werden

Die FDP ist für Bildung, dafür sind alle Parteien. So weit so gut. Die FDP ist auch für das Goethe Institut. Dafür sind auch die anderen Parteien. Das liegt in der Natur der Dinge. Politik macht ja nur Spaß, wenn es auch viele Bereiche gibt, wo man schalten und walten kann. Aber Guido will Außenminister werden. Das wirft dann die Frage auf. Braucht Bildung teure Apparate, heißt viel Geld viel Bildung? Der Ist-Zustand von Guido Englisch klingt so:

So weit so gut. Die Frage ist nun, braucht er einen Kurs à la Goethe Institut? Könnte nicht auch die kostenlose www.englisch-lehrbuch.de das Problem lösen? Hilft im Bereich Bildung viel Geld viel, oder brauchen wir nicht auch andere Konzepte? Die infos24 GmbH wird den Beweis anzutreten versuchen, dass man mit professionellem e-learning zumindest in manchen Fächern doppelt so viele Studenten, in der Hälfte der Zeit durch die Unis schleust und die Qualifikation höher ist. Wir werden zu zeigen versuchen, dass man allein im Markt für Schulbücher mehrere 100 Millionen Euro pro Jahr sparen kann und die Qualität höher ist. Wir werden auch zeigen, dass man auch ohne Goethe Institut Menschen für die Deutsche Sprache begeistern kann, wobei für uns Deutsch eben eine Sprache unter vielen ist. Wir werden aber auch zeigen, dass freie Fahrt für freie Bürger auch Freiheit auf allen Kommunikationskanälen bedeutet. Ein Außenminister, der auch Spanisch kann oder Russisch, wäre z.B. die Wucht. Für Spanisch braucht er auch kein Instituto Cervantes. Extra für ihn haben wir die passenden Seiten gebastelt.

www.spanisch-lehrbuch.de, www.franzoesich-lehrbuch.de, www.italienisch-lehrbuch.de

Russisch machen wir noch, im Moment sind wir bei Türkisch. Es gibt eine Stelle in den weitgehend sinnfreien Seiten auf www.goethe.de, der wir tatsächlich zustimmen.

"Interkultureller Dialog ist nur möglich in einer mehrsprachigen Welt. - Plurilingualismus ist kinderleicht und Multilingualismus ist hochspannend."

aus: http://www.goethe.de/ges/spa/prj/sog/deindex.htm

Doch hier denkt man dann tatsächlich an Goethe:

Die Botschaft hör ich wohl
Allein mir fehlt der Glaube

Bei manchen Befürwortern des Goethe Institutes, wie eben Guido Westerwelle, wissen wir aber nicht, ob Plurilingualismus kinderleicht ist. Als zukunftiger Außenminister wird er zuständig sein für das Goethe Institut. Die FDP ist ja der Vertreter der leistungsorientierten, marktwirtschaftlichen Ordnung. So weit so gut. An ihren Taten, sollt ihr sie erkennen.

  7. Die Deutsche „Kultur“ und Außenpolitik im neuen Koalitationsvertrag CDU / CSU / FDP

Der Guido aus Bad Honnef und Angela aus MekPomm machen sich Gedanken über Kulturpolitik. Letztere kann ja Russisch, das ist was. Aber ersterer ist nicht kinderleicht plurilingual geworden, wie sich das ihm nun unterstellte Goethe Institut sich das vorstellt, sondern uninspiriert monolingual geblieben. Das wäre zu verschmerzen, wenn er wenigstens in der einen Sprache sinntragende Sätze zustande brächte, was aber der Koalitionsvertrag nicht nahe legt.

Das Orginal findet sich hier (Zeile 5911 bis 5955): http://www.infos24.de/koalitionsvertrag.pdf

Ein Urheberrecht gibt es für den Text nicht, denn die Geltendmachung eines Urheberrechts verlangt eine „geistige Schöpfungshöhe“, diese liegt aber hier nicht vor.

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist eine tragende Säule der deutschen Außenpolitik.

Fällt Ihnen was auf? Da muss es einen Textbaustein geben, denn der gleiche Satz findet sich auch in der Replik des Petitionsausschusses. Wir wüssten natürlich gerne wieso, weshalb, warum, er eine tragende Säule ist, aber dafür gibt es wohl keinen Textbaustein, das hätte jemand was mit der Hand eintippen müssen, schlimmer noch, nachdenken müssen.

Einer gezielten Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik kommt im Zeitalter der Globalisierung eine immer größere Bedeutung zu.

Eben gerade nicht. Wenn pro Jahr 80 Millionen Touristen aus aller Welt nach Deutschland strömen und Berlin praktisch von jedem Flughafen Europas für 70 Euro erreichbar ist, Medien weltumspannend abgerufen werden können, ist ein zentralistisch organisierte „kulturelle“ Darstellung Deutschland kropfunnötig. Sinnvoll mag das gewesen sein, als für einen Spanier, Italiener, Franzosen, Engländer Deutschland noch ein entferntes Land war, erreichbar nur mit Zug und Auto, aber nicht, wenn es in einer Stunde erreichbar ist.

Deutsche Kultureinrichtungen wie das Deutsche Archäologische Institut, die Goethe-Institute, der DAAD, die Humboldt-Stiftung und die deutschen Auslandsschulen sowie Wissenschaftskooperationen und entsprechende Zukunftsprojekte, wie zum Beispiel die Deutsch-Türkische Universität in Istanbul, sind Brücken unserer werteorientierten Außenpolitik.

Ja da verliert man schon mal leicht den Überblick, was es da noch alles gibt an Institutionen, die amtlich mit dem Wahren, Schönen und Guten beschäftigt sind. Es fehlt zum Beispiel das Institut für Auslandsbeziehungen, das ist auch kulturell schwer bewegt unterwegs. Von den deutschen Auslandsschulen kennt der Autor ja ganz persönlich aus langjähriger Erfahrung zwei. Die in Kabul / Afghanistan und die in St. Cruz Bolivien. Erstere war sinnvoll, denn es gab für die große deutsche Kolonie faktisch keine Schule. Die zweite war von der Qualität her äußerst mäßig, was an deutschen Lehrern da rumrannte, war wohl das, was in Deutschland niemand brauchen konnte. Schwerer wiegt aber, dass sich die Schule in St.Cruz nicht etwa dem großen Freiheitskampf verschrieben hatte, sondern die Attitüden der Diktatur, in diesem Falle Hugo Banzer Suarez, militärischer Drill, Absingen der Nationalhymne, Winke Winke machen, wenn der Präsident vorbeifährt etc. etc. mitspielte. Das Geld hätte man besser in Schulen für die nicht zahlungskräftigen Bevölkerungsteile gesteckt.

Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP´

Der Förderung der deutschen Sprache im Ausland werden wir besondere Beachtung beimessen.

Das ist nachvollziehbar. So besteht für den monolingualen Guido die Chance, irgendwo auf der Welt verstanden zu werden. Das Problem dabei ist, dass man sich im Ausland einen feuchten Dreck darum scheren wird, ob Guido und Angela der Förderung der deutschen Sprache Beachtung zumessen oder nicht. Das Land, nämlich Frankreich, wo man die deutsche Sprache sozusagen institutionell verankerte und als zweite Fremdsprache in den Schulen einführte, parallel zu Französisch in Deutschland, ist genau das Land, wo Deutsch als Fremdsprache praktisch irrelevant geworden ist. Die Tatsache, dass der Guido dem Bedeutung beimisst, ist den französischen Kiddies schlicht wurscht. Die nehmen Spanisch, das hat mehr Pepp. Guido und Angie können die Bedeutung der deutschen Sprache im Ausland nicht fördern. Das können nur die Leute, die was zu sagen haben, also z.B. die Toten Hosen. Der Guido aus Bad Honnef und die Angie auch MekPomm meinen sie nehmen von Berlin aus durch eine staatstragende Aktion Einfluss darauf, was die Kiddies auf dieser Welt wollen. Dieser Glaube ist ein irriger.

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik soll Deutschland in seiner Vielfalt darstellen und das Interesse an unserem Land, unserer Sprache und unserer Geschichte und Kultur fördern.

Das muss auch ein Textbaustein sein. Vielfalt ist irgendwie das, was sich ein mental verbeamteter Institutsleiter unter Kultur vorstellt. Ein Problem ist noch das „unser“. Hier scheint ein Textbaustein direkt ins Gehirn zu reichen. Den Pathos der durch das „unser“ in „unsere Sprache“, „unsere Kultur“ und „unsere Geschichte“ zum Ausdruck kommt, kennt man normalerweise nur von den Leuten, die keine Kultur haben. Wir fordern jetzt mal den Guido aus Bad Honnef ein bisschen. Eine Sprache, die nur noch aus Worthülsen besteht, ist das Gegenteil von Kultur. Ist keine Kultur mehr, sondern Unkultur, Barbarei.

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Rainer Maria Rilke

Für Guido können wir das Gedicht von Rilke mal runterbrechen. Guido labert. Wir versuchen gar nicht erst, ihm etwas über Authentizität zu erzählen, über Wörter, die nur noch Tauschwert, aber keine Bedeutung mehr haben. Die Deutschen sind nicht geprägt von „ihrer“ Kultur und „ihrer“ Geschichte, sondern von den Rolling Stones, Rap, James Joyce, Goya, Joaquín Rodriguez. Und sie essen Döner, Pizza, Paella, Curry Wurst und Nasi Goreng. Nicht alle kommen aus Bad Honnef am Rhein, manche sind Teil der Globalisierung. Und das ist gut so. Manche, wenn auch wenige, werden nach dem zweiten Glas Wein viel über Goethes Faust erzählen. Guido wohl nicht.

Dies sind die Grundvoraussetzungen für gute und vertrauensvolle Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Partnern.

Was wollen wir jetzt wissen? Wir wollen wissen, wie viele Punkte Guido in seinem Abitursaufsatz hatte. Dass die Auswärtige Kulturpolitik Deutschland in seiner Vielfalt darstellt, ist die Grundvoraussetzung für gute und vertrauensvolle Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Partnern ??!!! HÄH ?! Also wenn Guido mit Sarkozy, Brown, Zapatero, Berlusconi etc. etc. zusammensitzt erzählt er ihnen erst was über Schillers Räuber, damit das Vertrauen hergestellt wird ? Und umgekehrt Berlusconi ihm was über die Divina Commedia und dann hält Sarkozy noch einen Vortrag über Marcel Proust und Brown erklärt nochmal den Hamlet? Ganz im Ernst. Dann werden die Konferenzen verdammt teuer und es ist zu befürchten, dass Sarkozy so wenig über Marcel Proust zu erzählen hat, wie Berlusconi über Dante. Wenn die Verständigung davon abhängt, dann geht das voll in die Hose.

Heute begreift Deutschland seine Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik noch stärker als Beitrag zur Krisenprävention, Menschenrechtsschutz und Freiheitsförderung.

Huh!! Microsoft Word hat Textbausteine. Soweit so gut. Was Microsoft aber hätte erfinden müsse ist ein Programm, dass das Gehirn von Textbausteinen säubert. Gemeint ist irgendwie sowas. (Was jetzt kommt, ist kein Witz!!). Das Goethe Institut hat anlässlich des 20sten Jahrestages des Mauerfalls, Steine um die Welt geschickt. Zum Beispiel nach Pälästina. (Also die Steine wurden mit der Post von Berlin nach Palästina geschickt!) In Palästina wurden sie dann bemalt, da gibt es auch eine Mauer und nach Berlin zurückgeschickt, wo sie ausgestellt wurden. Das hat dann das Bewußtsein für Mauern unglaublich geschärft und war künstlerisch total die Auseinandersetzung und voll groovy. Hat auch mächtig Krisen präveniert, Menschenrechte geschützt und Freiheit gefördert, weil Steine sind total knapp in Palästina. Also so in der Art geht das, wenn Kulturpolitik die Freiheit verteidigt.

Dem Dialog mit dem Islam messen wir besondere Bedeutung zu. Wir achten und schätzen die reiche kulturelle Tradition der islamischen Welt und setzen uns für ein friedliches Miteinander der westlichen Demokratien mit den islamisch geprägten Staaten ein.

Gar keine schlechte Idee, kann man aber auch mit Arbeit verbinden. Wir zum Beispiel werden jetzt sukzessive alle Portale ins Türkische übersetzen. Den Deutschkurs haben wir schon übersetzt: www.almanca-online.de und dann ein Portal zur türkischen Sprache erstellen und tatsächlich die Türkei in ihrer Vielfalt darstellen. Das gleiche machen wir dann mit Persisch. In der Tat ist die Literatur der islamischen Welt, insbesondere die persische, zu bestimmten Zeiten, also im 13. Jahrhundert, der europäischen weit, aber weit überlegen, ist fast schon modern. Das werden wir darstellen. Damit Guido was lernt und nicht ins Blaue hineinlabert.

Islamisch geprägte Gesellschaften müssen ihren eigenen Weg in die und in der Moderne finden. Dabei ist es in unserem Interesse, die moderaten Kräfte in ihrem Streben nach Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu unterstützen. Islamistischer Terrorismus ist zunächst eine Bedrohung für die islamisch geprägten Gesellschaften selbst, aber auch für uns.

Na, das warten wir mal ab, was da kommt. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als geschlechterspezifische Verfolgung nicht als Asylgrund galt. Desweiteren war es kein Asylgrund, wenn die Tatbestände, die die Verfolgung auslösten, in Deutschland geschaffen wurden. Kein Asylgrund war auch die Weigerung, an einem Krieg teilzunehmen.

In unserer Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik nehmen die innereuropäischen sowie transatlantischen Beziehungen eine besondere Rolle ein. Wir wollen diese Beziehungen durch verstärkten Kultur- und Wissensaustausch stärken.

Was Guido immer mit seinem Europa Gedöns hat. Prinzipiell soll man die Unis sperrangelweit aufmachen für alle „ausländischen“ Studenten, vermehrt auf Englisch unterrichten, das würde auch zukünftigen Außenministern zu Gute kommen und massiv auf e-learning setzen, damit man eine größere Menge an Studenten zu geringeren Kosten bei höherer Qualität da durchschleusen kann. Weiter brauchen wir eine engere Verzahnung von Forschung und Lehre und systematische Entwicklung von Perspektiven für diese Studenten in ihren Heimatländern. Guido würde auf Englisch sagen: „What the CDU / CSU / FDP Coalition want is not ambitious enough, that' s why there is no real Aufschwung da.“

Zudem betrachten wir es als Aufgabe der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, auch die europäische Identität zu stärken und somit zur weiteren innereuropäischen Integration einen wertvollen Beitrag zu leisten.

Also an Europa hat der Guido einen Narren gefressen. Das heißt, er will jetzt ohne Ende Flyer drucken mit lauter lächelnden Konferenzteilnehmern. Ich erklär das dem Guido aus Bad Honnef mal. Erstens ist es eine Frechheit, dass er die Bevölkerung mit seinem Europa Gedöns indoktrinieren will und zweitens ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Spanier sind so eng mit Südamerika verbandelt, wie mit Europa, Franzosen so eng wenn nicht enger mit ihren Tomtoms (Territoire d‘ outre-mer), England mit dem Commenwealth. Und das ist gut so. Europa ist ein Zwischenschritt. Man kriegt einer Studentin aus Barcelona und einer aus Buenos Aires die quietschfidel in Berlin in einer WG leben nicht in die Birne, dass das im Ausländerrecht völlig verschiedene Dinge sind. Gleiche Sprache, gleicher Background, aber rechtlich völlig verschieden. Wir brauchen nicht nach dem Nationenhokuspokus jetzt den Europahokuspokus. That is not ambitious enough. Richtig ist allerdings, dass ein Außenminister, der seine Europabegeisterung durch zwei (oder sogar drei?) Fremdsprachen objektiv dokumentiert, ein echter Fortschritt wäre. Denn mit diesen Kenntnissen würde sich auch der Horizont über Bad Honnef hinweg, über Europa hinweg, sich der ganzen Welt öffnen.

Mittel- und langfristig streben wir zwischen den EU-Mitgliedstaaten in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Synergien in Form gemeinsamer Programme und Strukturen und der Entwicklung kooperativer europäischer Kulturinstitute an.

Das wird bedauerlicherweise nicht angestrebt, den Schwachsinn gibt es schon, das nennt sich EUNIC (http://www.eunic-europe.eu). Bei so viel Kultur Tralala kann man schon mal den Überblick verlieren und nochmal etwas mit Steuergeldern sponsern, was es schon gibt, das kommt vor. Die Probleme werden aber dadurch nicht weniger. Zwar ist das Instituto Cervantes nicht so ein krasser Fall wie das Goethe Institut, es kooperiert stärker mit privaten Bildungsträgern und ist in Spanien selbst nicht aktiv, dennoch hält sich die Begeisterung spanischer Sprachschulen in Grenzen. Diese Kooperation sorgt dann zwar dafür, dass das Goethe Institut den Literaturpreis Premio Príncipe Asturias verliehen bekommt. Doch dies führt in Spanien je nach Temperament zu Stirnrunzeln oder Erheiterung.

Wir werden die Auswärtige Kultur und Bildungspolitik finanziell bestmöglich ausstatten und verstehen dies als langfristige politische, kulturelle und wirtschaftspolitische Investition.

Das ist zu befürchten, in der Tat.

Die mediale Präsenz Deutschlands in der Welt durch die Deutsche Welle muss verstärkt werden. Hierzu können Programmangebote öffentlich-rechtlicher und privater Medienunternehmen einen Beitrag leisten. Bei der Vergabe der Mittel aus der ODA Quote soll die Deutsche Welle stärker berücksichtigt werden.

Auch das stimmt wohl.