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Wie
im Deutschen gibt es auch im Spanischen, wie wohl in
jeder indogermanischen Sprache, zusammengesetzte Zeiten,
also Zeiten, die aus einem Hilfsverb und einen Partizip
gebildet werden. Im Deutschen haben wir zwei Zeiten
der Vergangenheit, die mit einem Hilfsverb gebildet
werden: das Perfekt und das Plusquamperfekt.
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Perfekt
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Plusquamperfekt |
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Ich habe gegessen.
Du hast gegessen.
Er hat gegessen.
Wir haben gegessen.
Ihr habt gegessen.
Sie haben gegessen. |
Ich hatte
gegessen.
Du hattest gegessen.
Er hatte gegessen.
Wir hatten gegessen.
Ihr hattet gegessen.
Sie hatten gegessen. |
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Hinsichtlich der zusammengesetzten
Zeiten der Vergangenheit ergeben sich nun zwischen dem
Spanischen und Deutschen Unterschiede.
| Unterschiede
im Zeitensystem des Spanischen und des Deutschen,
Details siehe Kapitel
7.4 |
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1.
2.
3.
4. |
Deutlicher
als im Deutschen erfüllen die zusammengesetzten
Zeiten im Spanischen eine andere Funktion
als die nicht zusammengesetzten und die
Sensibilität der Spanier für eine
nicht regelkonforme Verwendung ist höher.
Es gibt mehr Zeiten der Vergangenheit im Spanischen,
die obendrein auch noch deutlich unterschieden
werden. Es gibt im Spanischen zwei nicht zusammengesetzte
Zeiten, pretérito imperfecto und pretérito
indefinido und drei zusammengesetzte, pretérito
perfecto, pretérito pluscuamperfecto
und pretérito anterior, wobei letztere
nur eine geringe Bedeutung hat.
Das Spanische bildet die zusammengesetzten
Zeiten der Vergangenheit nur mit haber und
nicht wie das Deutsche mit haben oder sein.
haber hat nicht mehr gleichzeitig die Bedeutung
von haben im Sinne von besitzen. Diese Bedeutung
gab es zwar mal historisch, sie ist aber
nur noch in einem Überbleibsel (No hay
zumo de naranja, es gibt keinen Orangensaft)
vorhanden. |
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Im Deutschen muss man die
Fälle, wo das Imperfekt nicht gegen das Perfekt
austauschbar ist, suchen.
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richtig:
Ich habe gerade gegessen,
ich bin satt. |
falsch:
Ich aß gerade,
ich bin satt. |
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Da gehen die meisten Deutschen
wohl noch mit. Ob allerdings die Definition des
Duden, welche besagt, dass das Präteritum immer
dann gewählt
wird, wenn ein Geschehen im Sprechzeitpunkt vergangen
oder abgeschlossen ist, generell zutrifft, müsste
anhand empirischer Studien untersucht werden. Man
müsste tatsächlich untersuchen, wieviele Deutsche diesen
Satz
Gestern regnete es.
besser als diesen
Gestern hat es geregnet.
empfinden. Formal richtig ist
Gestern regnete es.
Prinzipiell kann aber gesagt werden, dass das Perfekt
eine in der Vergangenheit vollzogene Handlung beschreibt,
die aber für die Gegenwart noch eine Bedeutung
hat.
A: Kommst Du heute?
B: Nein, ich habe gestern mein Auto zu Schrott gefahren
und bin jetzt ohne fahrbaren Untersatz.
(nicht: Nein, ich fuhr gestern mein Auto zu Schrott
und bin jetzt ohne fahrbaren Untersatz).
Das Imperfekt im Deutschen steht
auch, wenn Handlungen aneindandergereiht werden.
Ich kam, sah und siegte und
nicht ich bin gekommen,
ich habe gesehen und ich habe gesiegt.
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