Spanisch lernen - Spanisch online Lehrbuch

Satz25
Übungen Level 4: Das Zeitensystem im Spanischen

  Grammatik Satz 26

Spanischer Satz  
  Dos grados hay, al volver del desmayo a la vida: el sentimiento de la existencia moral o espiritual y el de la existencia física.

Deutscher Satz  
  Zwei Stufen gibt es aus der Ohnmacht zurück ins Leben: Das Gefühl der geistigen oder spirituellen Existenz und das Gefühl der körperlichen Existenz.

Grammatik  
 

Es folgt nun (Satz 27 bis 31) ein inhaltlich extrem komplizierter Textabschnitt. Wir zeigen Das englische Orginal, eine Übertragung ins Deutsch und die Übersetzung von Julio Cortázar.

das englische Orginal:
Arousing from the most profound of slumbers, we break the gossamer web of some dream. Yet in a second afterwards (so frail may that web have been) we remember not that we have dreamed. In the return to life from the swoon there are two stages; first, that of the sense of mental or spiritual; secondly, that of the sense of physical existence. It seems probable that if, upon reaching the second stage, we could recall the impressions of the first, we should find these impressions eloquent in memories of the gulf beyond. And that gulf is, what? How at least shall we distinguish its shadows from those of the tomb? But if the impressions of what I have termed the first stage are not at will recalled, yet, after long interval, do they not come unbidden, while we marvel whence they come? He who has never swooned is not he who finds strange palaces and wildly familiar faces in coals that glow; is not he who beholds floating in mid-air the sad visions that the many may not view; is not he who ponders over the perfume of some novel flower; is not he whose brain grows bewildered with the meaning of some musical cadence which has never before arrested his attention.

Deutsche Übertragung:
Wenn wir aus der tiefsten Ohnmacht erwachen, zerreißen wir das Netz irgendeines Traumes, um nur einige Sekunden später, so zart ist das Gewebe, uns an unseren Traum nicht mehr erinnern zu können. Bei der Rückker aus der Ohnmacht ins Leben können wir zwei Stadien unterscheiden: Ein geistiges und spirituelles und ein körperliches. Könnten wir, nachdem wir das körperliche Stadium erreicht haben, in das erste Stadium zurückkehren, wäre es uns möglich, alle die Eindrücke des ersten zurückzurufen, sähen wir die Verbindung zwischen diesen Eindrücken und dem Jenseits. Was ist dieser Abgrund? Wie können wir diese Schatten von den Schatten des Grabes unterscheiden? Wenn aber die Eindrücke dessen, was ich als das erste Stadium bezeichnet habe, nicht bewusst zurückgerufen werden können, werden sie dann nicht nach einiger Zeit ungebeten erscheinen, uns ob ihrer Rückkehr in Erstaunen setzen? Wer noch nie in Ohnmacht lag, wird sie nicht kennen, die fremden Paläste und die verfremdeten und dennoch vertrauten Gesichter in glühenden Kohlen, gehört nicht zu denen, die in der Luft düstere Vision erblicken, die der Menge verborgen bleiben. Gehört nicht zu denen, die über den Duft einer neuen Blume sinnen; gehört nicht zu denen, deren Gehirn verwirrt wird durch die Bedeutung einer neuen Kadenz, die vorher nie sein Interesse erregte.

Julio Cortázar
Cuando surgimos del más profundo de los sopores, rompemos la tela sutil de algún sueño. Y, sin embargo, un poco más tarde (tan frágil puede haber sido aquella tela) no nos acordamos de haber soñado. Cuando volvemos a la vida después de un desmayo, pasamos por dos momentos: primero, el del sentimiento de la existencia mental o espiritual; segundo, el de la existencia física. Es probable que si al llegar al segundo momento pudiéramos recordar las impresiones del primero, éstas contendrían multitud de recuerdos del abismo que se abre más atrás. Y ese abismo, ¿qué es? ¿Cómo, por lo menos, distinguir sus sombras de la tumba? Pero si las impresiones de lo que he llamado el primer momento no pueden ser recordadas por un acto de la voluntad, ¿no se presentan inesperadamente después de un largo intervalo, mientras nos maravillamos preguntándonos de dónde proceden? Aquel que nunca se ha desmayado, no descubrirá extraños palacios y caras fantásticamente familiares en las brasas del carbón; no contemplará, flotando en el aire, las melancólicas visiones que la mayoría no es capaz de ver; no meditará mientras respira el perfume de una nueva flor; no sentirá exaltarse su mente ante el sentido de una cadencia musical que jamás había llamado antes su atención.

Nach der unmaßgeblichen Meinung des Verfassers dieses filigranen Gebildes, werden in diesem kurzen Textabschnitt mehrere unterschiedliche Dinge ineinander verwoben. Es werden mehrere Gedankengänge angeführt, die alle in diesselber Richtung zielen. Hinter der bewussten und kontrollierenden Wahrnehmung, die in der Regel domininiert, sonst wären Lebewesen nicht lebensfähig, gibt es ein Reich, das uns normalerweise nicht zugänglich ist, das wir nur erfahren, wenn diese kontrollierende Wahrnehmung ausgeschaltet ist. Im Grunde finden wir diesen Gedanken sehr oft in der Literatur und in allen möglichen Varianten. Der Leser muss jetzt selbst beurteilen, inwiefern dieser Abschnitt (Satz 27 bis 31) in die gesamte Geschichte eingebettet ist, oder ob dieser Textabschnitt nicht etwas aufgesetzt ist.

Richtig ist, dass beim Erwachen zuerst der Geist da ist, das Empfinden des Körpers dem Erwachen des Geistes folgt. Manche werden die Erfahrung kennen, dass man, wenn man im Dunkeln erwacht, sich ab und an mal überlegen muss, wo sich eigentlich die Beine, Arme etc. befinden. Dieses Phänomen ist auch ausführlich bei Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Band I, In Swanns Welt, zu Beginn des Romanes geschildert. Richtig ist auch, dass man sich unmittelbar nach dem Aufwachen noch an einen Traum erinnern kann, dieses Erinnern aber mit zunehmender Wahrnehmung des Körpers und damit mit zunehmender Einbettung des gesamten Bewußtseins in die Realität und mit zunehmender geistiger Kontrolle der Wahrnehmungen schwindet. Richtig ist auch, dass Inhalte von Träumen nicht bewusst hervorgeholt werden können. Präsent sind sie nur in dem kurzen Dämmerstadium nach dem Erwachen.

Die Aussage allerdings, dass bestimmte Bewußtseinsinhalte, die man nicht bewusst hervorholen kann, irgendwann unkontrolliert auftauchen, sind eine andere Kategorie von Aussage, ist eher eine Aussage aus dem Bereich der Psychologie. In der Tat kennen ja viele das Phänomen, dass in bestimmten Situationen Bewußtseinsinhalte auftauchen, die eigentlich nicht präsent sind. Dieser Typ von Aussage ist aber eine ganz andere Ebene.

Anschließend wird die Frage nach dem Abgrund gestellt, die aber nicht beantwortet wird. Die Frage ist wohl eher als ein Stilmittel zu betrachten, dass verdeutlichen soll, dass auf einen metaphysischen Zusammenhang abgestellt wird. Auch die nächste Frage, wie man diese Schatten von den Schatten des Grabes unterscheiden kann, wird zwar gestellt, aber nicht beantwortet, es wird nicht mal der Versuch unternommen , sie zu beantworten. Auch diese Fragen sollen lediglich verdeutlichen, dass auf einen metaphysischen Zusammenhang abgestellt wird, eventuell suggerieren, dass die Bilder des Traumes, des Unbewussten, auf eine jenseitige Welt verweisen, und den Bildern, die wir sehen werden, wenn wir uns im Grabe befinden, nicht unähnlich sind.

Anschließend folgt die Überlegung, dass nur derjenige, der schon einmal ohnmächtig war, bestimmte Bilder kennt. Das wiederum ist komisch, weil ja zu Beginn verneint wurde, dass es möglich sei, diese Bilder ins bewusste Leben zurückzurufen.

Der Autor würde sagen, die Zusammenhänge sind erstens nicht besonders suggestiv dargestellt und passen zweitens nicht in die Geschichte. Anyway. Uns interessiert weniger der literarische Gehalt, als die Grammatik.

Satz25